Wechselwirkungen bei Energieeinsparung scheinen möglich
Interessanter Vortrag bei der CDU Sasbach.
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| Das Bild zeigt Prof.
Dr.-Ing. Harald Garrecht bei seinem Vortrag bei der
CDU Sasbach/Obersasbach. |
(GG). Weitaus mehr Zuhörer als die etwa 20
Interessierten hätte der Vortrag von Herrn Prof.
Dr.-Ing. Harald Garrecht über Möglichkeiten zur
effi-zienten Energieeinsparung bei bestehenden
Wohngebäuden verdient gehabt, welcher vom CDU
Ortsverband Sasbach/ Obersasbach im Rahmen der „Wochen
der CDU“ angeboten wurde. Garrecht, der an der
Fachhochschule Karlsruhe unterrichtet und dem Institut
für Innovation und Transfer vorsteht, beleuchtete dieses
interessante Thema nicht nur von der theoretischen Seite
sondern auch von der praktischen Umsetzung. Detaillierte
Lösungsmöglichkeiten bekamen die Zuhörer am Ende des
Vortrags auch von den Vertretern der Firmen Maler
Hauser, Fensterbau Madlinger und Heizungsbau Weber
vorgestellt.
Mit detaillierten Schaubildern gelang es Prof. Dr.-Ing.
Harald Garrecht die Zuhörer für die Notwendigkeit einer
effizienten Energieeinsparung zu sensibilisieren. So
machte er u.a. deutlich, dass jeder Bundesbürger für den
Ausstoß von jährlich etwa 10 to. Kohlendioxid in die
Luft verantwortlich ist. Gleichzeitig ist
wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Erde jährlich
nur etwa 10 Mrd. to. Kohlendioxid verkraften kann. Da
bis 2050 eine Bevölkerung von 10 Mrd. Menschen
prognos-tiziert wird, ist deutlich zu ersehen, dass
lediglich eine to. Kohlendioxid je Bewohner und Jahr in
die Erdatmosphäre gelangen darf, ohne den
Treibhauseffekt weiterhin zu verstär-ken. Um den
Schadstoffausstoß wirksam zu senken wird deshalb das
Einsparpotenzial bei bestehenden Gebäuden in Zukunft
erhebliche Bedeutung zukommen. So wird auf der einen
Seite der Einsatz erneuerbarer Energien, wie
Wasser-kraft, Sonnenenergie, Photovolaik, Biomasse oder
auch Erd-wärme erhebliche Bedeutung gewinnen.
Auf der anderen Seite wird jedoch auch die Einsparung
von Energie durch bessere Wärmedämmung schon aus Gründen
der Energiekosten immer wichtiger werden. Prof. Dr.-Ing.
Harald Garrecht verdeutlichte, dass im Wandel der Zeit
ist der jährliche Brennstoffverbrauch stark gesunken
ist. Liegt der jährliche Energieverbrauch je qm und Jahr
bei einem Einfamilienhaus mit Baujahr vor 1977 bei
durchschnittlich 35 Litern, konnte er bei einem
Niedrigenergiehaus auf durchschnittlich 7 Liter gesenkt
werden. Dies, so Garrecht, kommt nicht nur der Umwelt
zugute, sondern auch dem Geldbeutel jedes Einzelnen.
Interessant war eine Aufstellung des anteiligen
Energieverbrauchs im durchschnittlichen Haushalt. So
werden 51 % der Energie für die Heizung, 1 % für
Beleuchtung, 34 % für den PKW, 8 % für Warmwasser und 6
% für Waschmaschine und Kühlschrank verbraucht. Dadurch
ist belegt, dass das größte Einsparpotenzial bei der
Heizung realisiert werden kann. Diese Einsparung kann
bei einem Haus mit 100 qm Wohnfläche bis zu 2.500 l/Jahr
betragen, wobei Garrecht auch anhand von Bildern
deutlich machte, dass die Sanierungsmaßnahmen besser
durch Fachbetriebe als im „Do it Yourself“ - Verfahren
durchgeführt werden sollten. „Wird die Sanierung nicht
fachgerecht durchgeführt, kann zwar Energie gespart
werden aber dafür kommt die Schimmelbildung“, so
Garrecht.
Im zweiten Teil seines Vortrags berichtete Garrecht von
einem Modellversuch im Raum Karlsruhe, der in
Zusammenarbeit mit der Fachhochschule durchgeführt
wurde. So wurden zuerst die Häuser mit einer
Wärmebildkamera fotografiert, um Schwachstellen
abzubilden. Nach einer Luftdichtheitsprüfung wurden dann
mit den Hausbesitzern Gespräche geführt, um mögliche
Vorgehensweisen gemeinsam zu erörtern. Garrecht machte
deutlich, dass eine Wärmedämmung am sinnvollsten im
Verbund mit sonstigen baulichen Maßnahmen realisiert
wird.
Weitere Einsparpotenzial bieten auch eine Absenkung der
Raumtemperatur und der Einsatz von energieeffizienten
Hausgeräten, wie z.B. stromsparende Kühlschränke. Zum
Schluß seines Vortrags ging Prof. Dr.-Ing. Harald
Garrecht auf die verschiedenen Fördertöpfe von Bund,
Ländern und Gemeinden ein, die bei einer Inanspruchnahme
Finanzierungsmöglichkeiten für Energiesparmaßnahmen von
teilweise unter 3 % Zinsen ermöglichen. Auf die Anfrage
eines Besuchers, gab Garrecht den Hinweis, sich im
Zweifelsfall bei den Bürgermeisterämtern über die
Fördermöglichkeiten zu informieren.
Im Anschluß an den Vortrag konnten sich die Besucher
persönlich ein Bild von den Möglichkeiten der mehr als
70.000 € teuren Wärmebildkamera machen und sich anhand
von Modellen bei den einzelnen Fachbetrieben noch
ausführlich über die praktische Umsetzung informieren.
So wurden u.a. Modelle eines Vollwärmeschutzes,
Energiesparfenster und Solarkollektoren vorgestellt. |