CDU Ortsverband Sasbach-Obersasbach
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Exkursion  zur größten Baustelle der Welt

CDU Sasbach besichtigte Gotthard-Basistunnel 

Sasbach.(GG). Schon Tradition haben die jährlichen Besichtigungen interessanter Projekte beim CDU Ortsverband Sasbach/Obersasbach, die sich auch alljährlich einer großen Nachfrage erfreuen. So führte die Sasbacher CDU in den vergangenen Jahren u.a. interessante Besichtigungen bei der Karlsruher Stadtbahn und dem Baden-Airpark in Söllingen durch. 

In diesem Jahr führt die Exkursion zur derzeit größten Baustelle der Welt am neuen Gotthard-Eisenbahntunnel, der ab dem Jahr 2014/15 das Alpenmassiv am Gotthard mit einer Gesamtlänge von 57 km unterqueren wird. 

Nahezu 40 Interessierte machten sich dazu am vergangenen Samstag zu nachtschlafender Zeit mit dem Bus auf den Weg zum Vierwaldstätter See, um in Amsteg eine der insgesamt 5 Baustellen der „Neuen Alpen-Traversale (NEAT)“ zu besichtigen. Herr Leu von der Projektorganisation „Alptransit AG“ stellte im Informationscenter in Silenen in einem interessanten Vortrag die Gesamtmaßnahme vor. 

So erläuterte er den Teilnehmern, dass durch eine Volks-befragung die rechtlichen und finanziellen Grundlagen geschaffen wurden, sowohl den Gotthard- als auch den Lötschberg-Eisenbahntunnel zu bauen. Der Gotthardtunnel selbst wird von fünf verschiedenen Baustellen aus in den Berg gebaut. Bei den Baustellen in Erstfeld im Kanton Zug und in Bodio im Kanton Tessin werden hierbei die jeweiligen Ein- und Ausfahrten in den Tunnel hergestellt. Während in Amsteg, Sedrun und Faido jeweils zuerst Zugangsstollen bis zum eigentlichen Eisenbahntunnel gegraben werden mussten, die nach dessen Inbetriebnahme im Jahr 2014/15 wieder zugeschüttet werden. In Amsteg selbst wurde dieser Zugangsstollen über ca. 2 km Länge in den Berg gegraben und erst dann konnte mit den Arbeiten am Eisenbahntunnel begonnen werden. Gebaut werden hierbei zwei getrennte Röhren von jeweils 57 km Länge, die in Abständen von 325 m jeweils durch so genannte Querschläge miteinander verbunden sind. Diese Querschläge sollen später auch als Rettungsverbindungen im Störungsfall dienen. 

Insgesamt werden mehr als 150 km Tunnel, Stollen und Schächte gegraben, von denen derzeit schon etwa 35 % fertig gestellt werden konnten. Die reinen Tunnelbohrarbeiten sollen im Jahr 2009 abgeschlossen werden, bevor dann mit dem Einbau der Bahntechnik begonnen werden kann. 

Nach Inbetriebnahme im Jahr 2014/15 sollen dann die Güterzüge mit bis zu 1.500 m Länge und bis zu 160 km/h und die Personenzüge mit bis zu 250 km/h durch den Tunnel fahren und dadurch die Schweiz weitestgehend vom LKW-Transitverkehr entlasten. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Zufahrtstrecken zum Gotthard-Tunnel fertig gestellt werden, bei denen auch zwei weitere Tunnel mit jeweils 15 – 20 km im Abschnitt zwischen Zürich und Lugano gebaut werden. 

Den Abschluss des interessanten Vortrags bildete dann ein Film über die Funktionsweise der Tunnelbohrmaschinen, die von der Firma Herrenknecht in Schwanau bei Lahr geliefert wurden. Von den insgesamt vier Maschinen mit jeweils 440 m Gesamtlänge sind in Amsteg zwei im Einsatz. Die Maschinen bohren sich täglich mehr als 20 m in den Berg und sichern gleichzeitig die Tunnelröhren durch den automatischen Einbau von Eisen und Spritzbeton ab. Jede Maschine hat einen Stromverbrauch im Wert von etwa 10.000 SF am Tag, was dem Verbrauch einer mittleren Kleinstadt entspricht.

Nach dem Vortrag fuhr die Gruppe zum Zugangsstollen nach Amsteg und dann mit einer Grubenbahn bis zur Baustelle vor. Bei der Besichtigung der Baustelle konnten sich die Teilnehmer von den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen überzeugen und erhielten weitere Erläuterungen zu den Baumaßnahmen. Am eigenen Leib verspürten die Teilnehmer die enorme Hitze, die in der Baustelle vorherrscht. So wird die Temperatur im Tunnel derzeit auf 28° C heruntergekühlt, da im Tunnel selbst Temperaturen bis zu 44° C herrschen. 

Nach der etwa einstündigen Führung im Tunnel waren alle Teilnehmer froh wieder an die angenehmen Temperaturen über Tage zu kommen. 

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Das Bild zeigt die Teilnehmer nach der Besichtigung der Baustelle am Gotthard-Tunnel vor dem Eingangsportal in Amsteg

Nach der Baustellenbesich-tigung führte der Weg mit dem Bus nach Luzern, wo die Teilnehmer bei einem knapp dreistündigen Aufenthalt die wunderschöne Stadt auf eigene Faust erkunden konnten. Der Weg führte nahezu alle Teilnehmer über die historische Kapellbrücke, mit mehr als 650 Jahren die älteste Holzbrücke der Welt. Auch die Altstadt mit den freskenverzierten, historischen Häusern sowie das mehr als 400 Jahre alte Rathaus zog die Teilnehmer an. Auf dem Weg zurück zum Bus konnten die Teilnehmer auch noch den neuen Bahnhof bewundern, der zusammen mit dem benachbarten Kultur- und Kongreßzentrum architektonische Glanzpunkte in Luzern setzt.

Nach einem rundum gelungenen Tag mit interessanten Eindrücken fuhr die Gruppe wieder nach Sasbach zurück, wo sie staufrei am Samstagabend wieder ankam.

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